methodisch flexibel
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Ein Blog über Workshops als Geschäftsmodell. Von Katrin Gildner

Timing im Workshop-Business

Heute ist etwas außergewöhnliches passiert: Ich hab einen Newsletter an meine erzähl davon Newsletterliste geschickt (ca. 800 Leute) und keine einzige Abwesenheits-Autoresponder-Nachricht bekommen! 🫨 Sonst krieg ich immer mindestens eine Handvoll; bei besonders ungünstigen Terminen (Brückentagen und Co) sogar noch mehr.

Das hat mich daran erinnert, dass ich hier mal über das Thema Timing schreiben wollte; und wie das Timing eine Rolle spielen kann, ob es länger dauert oder flotter geht, bis ein Workshop-Business abhebt.

Ich beziehe mich jetzt hier auf das Dozent:innen-Modell. Im Online-Business spielen (Launch-) Timings sicher auch eine Rolle, aber die klammer ich hier mal aus.

So, Timing. Was meine ich damit? Zum Beispiel…

  • zu welchen Zeiten Ansprechpartner:innen erreichbar vs. im Urlaub sind (siehe Autoresponder!)
  • Zeiten, wann Aufträge vergeben und Budgets verwaltet werden
  • Zeiten, wann strategische Entscheidungen getroffen werden
  • Zeiten, in der die Branche Kopf steht und keinen Kopf für Workshoporga hat (z.B. Messen, Turniere, Erntezeit, …)

Ganz konkret: Als mir aufgefallen ist, dass kein Autoresponder kam, war mein nächster Gedanke: Oh, ich muss meine Accelis ermutigen, JETZT ihre Pitches zu verschicken, bevor die Sommerferienzeit beginnt. Denn wenn die Mail ein paar Tage zu spät eintrudelt, kann das über Leben oder Tod Herbst 2026 oder Frühjahr 2027 entscheiden. Denn erst ist die Ansprechperson im Urlaub, dann die Kollegin, und dann ist das Meeting zur Finalisierung des Herbstprogramms plötzlich schon um und dein Vorschlag kam nicht auf den Tisch.

Ein gutes Timing abzupassen hilft also, dass unsere Pitches auf fruchtbaren Boden fallen; oder andersherum, dass wir bereit sind, mit einem größeren Anfragevolumen umzugehen und dementsprechend Zeit haben, um zeitnah Angebote zu schreiben und Vorgespräche zu führen.

Wenn du jetzt verunsichert bist und dich fragst, wie du das richtige Timing findest… Hier meine 2 Cents dazu:

Nutze deine eigene Erfahrung aus deiner Branche

Wenn du Workshops neu ausprobieren willst würde ich dir ja eh raten, Themen und Ergebnisse zu wählen, die dir nahe stehen; und dementsprechend auch Auftraggeber:innen in spe zu suchen, zu denen du schon eine Verbindung hast. (Das lernst du im Workshop Inkubator, btw)

Also, konkret: Angenommen du willst Workshops für Resilienz im Job anbieten, dann würde ich dir raten, als erstes in die Jobfelder gehen, in denen du selber warst. Auch wenn Resilienzskills für „alle“ nützlich wären – Resilienz im Pflegeberuf ist einfacher zu vermarkten, wenn du selber viele Jahre Krankenhausschicht hinter dir hast. Und mit den Insights aus dem Beruf kannst du das Weiterbildungs-Timing in der Branche besser einschätzen!

Recherchiere, was in deiner Zielbranche so los ist

Wenn du selber keine Erfahrung hast, kannst du auch googlen oder in deinem Netzwerk herumfragen. So kannst du erfahren, ob es bestimmte Dinge gibt, die bei Auftraggeber:innen gerade Ressourcen binden, zum Beispiel…

  • Vorbereitung und Besuch von Messen oder anderen Großveranstaltungen (z.B. viele Marketingleute sind Anfang Mai bei der OMR in Hamburg…)
  • regionale Festivitäten oder Aktivitäten
  • bestimmte Deadlines, z.B. für Abrechnungen, Jahresabschlüsse, Berichte, …
  • Fristen für die Antragstellung für Förderprojekte in NGOs

Frage nette Ansprechpersonen nach Tipps

Wenn du eine Ansprechperson hast, mit der du auf einer Wellenlänge bist, dann scheu dich nicht, sie zu fragen! Zum Beispiel:

  • Besteht die Möglichkeit, dass ich diesen Workshop nächstes Jahr/ mit der nächsten Gruppe / im kommenden Semester nochmal machen kann?
  • Kommen Sie dann auf mich zu oder soll ich mich melden? Können Sie mich in einer Art Verteiler aufnehmen?
  • Gibt es andere Formate, zu denen ich einen Workshop beitragen könnte? Wie läuft das ab?

Mach dir Notizen & erkenne die Muster

Je länger du Workshops machst (vielleicht sogar nebenberuflich?), desto eher wirst du selber die Muster sehen:

  • Was für Anfragen landen wann in deinem Posteingang?
  • Welche Jahreszeiten sind busy, welche zäh?
  • Was für Auftraggeber planen lang im Voraus, welche melden sich eher spontan?
  • Für welche Themen und Formate werden wann besonders viele Workshops angefragt?

Das hilft mir, um z.B. im August ob des leeren Posteingangs nicht ins Zweifeln zu kommen; und mir den November für viele Last-Minute-Workshops freizuhalten.

Aber: Don’t Overthink!

Eine Inkubator-Kundin schrieb mir neulich: „Ich warte dann bis Herbst ab, um meine Pitches zu verschicken…“ – Nee, das müsst ihr nicht machen 🙂 Wenn ihr jetzt eine Idee habt, geht ihr ruhig jetzt nach. Kann sein, dass eure Mail wegen der Ferien ein bisschen länger in einem Posteingang auf Bearbeitung wartet, aber ich würde euch nicht raten, monatelang im Wartemodus zu bleiben.

Das Gleiche gilt btw nicht nur für Pitches, sondern auch für andere Arten von Workshop-Marketing, z.B. in eurem Netzwerk davon zu erzählen dass ihr gern mehr Workshops machen wollen würdet, oder Workshops schonmal als Angebot auf eure Website zu schreiben… Lasst solche Marketing-Samen ruhig schonmal links und rechts fallen, wer weiß was auch ohne viel Pflege daraus wächst!

Wenn du jetzt gerade das Workshopthema angehen willst, will ich dir mein Starterkit, den Workshop-Inkubator ans Herz legen. Darin entwickelst du dein Thema, findest Auftraggeber:innen in spe und stellst die ersten Kontakte her. Hier loslegen!

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