👩🏻‍🏫 Was ich aus meiner Zeit als Deutschlehrerin mitnehme


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Learnings aus meiner Zeit als (Deutsch-)Lehrerin

In meiner Nachbarschaft hat eine Sprachschule aufgemacht. Keine normale Sprachschule, wo man beispielsweise Italienisch für den Urlaub oder Business-Englisch für Fortgeschrittene lernt, sondern man lernt dort Deutsch als Fremdsprache (DaF).

Wenn ich mich nicht beruflich umentschieden hätte, wäre ich jetzt sehr aufgeregt und würde mich sicher als DaF-Lehrerin dort bewerben. (Wann hat man schon mal einen Arbeitsweg von nur 3 Minuten zu Fuß?!)

Ich weiß nicht, ob du es wusstest, aber damals nach dem Abi hatte ich vor, Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache zu werden. Genauer gesagt wollte ich zunächst Übersetzerin werden. „Etwas mit Sprachen, aber ohne Kinder“, war mein Berufswunsch nach dem Abitur. Lehrerin (an einer normalen Schule) kam also nicht in Frage. Das Übersetzungsstudium gefiel mir dann nicht so gut, aber zum Glück habe ich die Disziplin Deutsch als Fremdsprache entdeckt, mich dort eingeschrieben und drei sehr schöne Bachelorjahre in der Welt der Linguistik und Didaktik verbracht.

Letztendlich habe ich nun einen anderen Beruf, aber ich bin sehr dankbar für die Zeit, die ich während meines Studiums in Praktika und Jobs als Deutschlehrerin verbracht habe. Dort habe ich auch das Unterrichten gelernt! In das Schaufenster der neu eröffneten Sprachschule zu gucken, die Tische und Stühle in Reih und Glied zu sehen, die Whiteboards… Ich schwelge ein bisschen in Erinnerungen und deshalb möchte ich euch in diesem Newsletter Dinge mitgeben, die ich als DaF-Lehrerin gelernt habe und die man universell für Workshops ableiten kann.

🩺 Learning Eins: Es geht immer um den Zweck.

Das Lehren von Sprachen ist eine alte Kunst, und mittlerweile ist man zu dem Schluss gekommen, dass es immer um praktische Fähigkeiten geht. Wenn ich nach dem Unterricht…

– dann ist das Ziel erreicht. Auch wenn es grammatisch nicht ganz korrekt war.

Andersherum bringt es mir nichts, wenn ich Konjugationen und Grammatikregeln herunterbeten kann, in der Praxis dann aber nicht kommunizieren kann. Merke: ein Workshop muss an den Nutzen und die Praxis der Teilnehmenden ausgerichtet sein.

👯‍♀️ Learning zwei: Nie die Gruppendynamik vergessen.

Die Stimmung im Seminarraum und die Art und Weise, wie die Teilnehmer miteinander interagieren, haben einen großen Einfluss auf den Lernerfolg und Verlauf einer Unterrichtsstunde. Sind die TN schüchtern und haben Angst, Fehler zu machen oder Fragen zu stellen? Kommen Gruppenarbeiten nicht in Gang, weil zuerst eine Vorstellungsrunde stattfinden muss? Hat der ‚Coole‘ Angst davor, vor seiner Clique das Gesicht zu verlieren, wenn er die Hausaufgaben falsch vorliest? Dann wird er sie im Zweifelsfall nicht machen.

In meinen Workshops habe ich häufig mit gemischten, zusammengewürfelten Gruppen zu tun. Im Deutschunterricht mit Geflüchteten (2015) hatte ich es mit Gruppen zu tun, die rund um die Uhr im gleichen Gebäude zusammenwohnen. Diese dynamischen Konstellationen stellen besondere Herausforderungen dar.

🤯 Learning drei: Das Leben ist wichtiger als das Lernen.

Ich kann mir noch so viel Mühe gemacht haben, einen tollen Seminarplan für die heutige Stunde vorzubereiten. Wenn alle in heller Aufregung sind, weil ein Behördenbrief eingetroffen ist (Geflüchtete) oder die Bewerbungsfrist fürs Stipendium heute endet (Deutsch-Studis in Island), kann man sich einfach nicht auf Vokabeln und Co konzentrieren. Es ist wichtig, Flexibilität zu zeigen und nicht krampfhaft an einem Seminarplan festzuhalten, besonders wenn die Teilnehmer zwar im Seminarraum sitzen, aber gedanklich ganz woanders sind.


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