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📝 Kein guter Workshop ohne gutes Briefing


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Stell dir vor, du betreibst ein ReisebĂŒro ( – alle Gen Z People so: ein was?? – ) und ein neuer Kunde kommt rein. Er nimmt auf dem Stuhl vor deinem Schreibtisch Platz und sagt: “Ich möchte gerne eine Reise nach Lloret de Mar fĂŒr Mai buchen.”

Was machst du dann? Suchst du ihm sofort Hotels und FlĂŒge nach Lloret raus, oder beginnst du erstmal ein BeratungsgesprĂ€ch?

Wenn du dich fĂŒr letzteres entscheidest, könnte passieren, dass…

Worauf ich mit dieser Metapher hinauswill: Deine Auftraggeber:innen wissen nicht immer, was sie brauchen. Deshalb kannst du ihrem Briefing nicht vertrauen.

Ich hab diese Lektion auf die harte Tour gelernt. So hatte ich eine Kundin, die meinte, sie und ihre Kollegin hĂ€tten schon Social-Media-Vorkenntnisse und ich solle bitte nicht bei Adam und Eva anfangen. Turns out, sie hatte absolut keine Ahnung und ich musste dann spontan das Workshopkonzept umschmeißen, weil aus den geplanten 15 Minuten fĂŒr die Besprechung des Audits (mehr ĂŒber Audits als 1A Upsell ein andermal) eine 1,5h lange Instagram-Basics-was-ist-eigentlich-ein-Reel-und-was-passiert-wenn-ich-auf-diesen-Button-drĂŒcke-Schulung wurde.

Was kannst du nun machen, um ein gutes und zuverlÀssiges Briefing zu erhalten, wenn jemand mit einer Workshopanfrage auf dich zukommt?

1. Finde heraus, ob die Person selber Ahnung vom Thema hat oder nur mit Organisation des Workshops betraut ist. Wenn letzteres: stimme gerne schonmal Termine, Eckdaten etc ab – aber bestehe darauf, das inhaltliche VorgesprĂ€ch mit einer Person zu fĂŒhren, die mit dem Thema vertraut ist.

2. Diagnostiziere! Das ist dein Job. So wie du im ReisebĂŒrobeispiel erstmal den Kunden nach dem Eckdaten seines Wunschurlaubs befragen wĂŒrdest (Budget, Zeitraum, AktivitĂ€ten, Klima, …), musst du auch deine Kund:innen befragen. Vielleicht kommen sie schon mit einer Diagnose (“Wir brauchen einen Fotografie-Workshop!”), weil sie selber ihr vermeintliches Problem identifiziert haben (“Unser Instagram-Account wĂ€chst nicht, weil unsere Fotos nicht gut genug sind”). Durch deine Fragen oder Analyse deckst aber das wahre Problem auf (Sie posten nur alle vier Wochen was auf Insta und wenn dann uninteressante Themen) und kannst ihnen dann eine passendere Lösung zum wahren Problem anbieten. (Übrigens, ein gutes Buch ĂŒber Diagnose ist Win without Pitching)

3. Hol dir die Infos, die du brauchst. Manchmal stellt man bei der Diagnose ein paar Fragen, die das GegenĂŒber nicht direkt beantworten kann. Es zeugt von ProfessionalitĂ€t, dann darauf zu bestehen, diese Infos zu kriegen, bevor man den Auftrag zusagt oder ein Angebot abgibt. Siehe Punkt 1 – vielleicht braucht es dazu ein zweites Telefonat. Oder der Auftraggeber beauftragt dich vor dem Workshop erstmal mit einer Analyse oder Untersuchung.

Nur mit ausreichend Infos kannst du ein Workshop-Konzept entwickeln, das wirklich das Ziel erreicht. Folgst du nur einem oberflĂ€chlichen Briefing (“ein Ticket nach Lloret, bitte”) kann am Ende ein falscher Workshop bei rauskommen.

Denk dran, dass DU die Expertin/der Experte bist. Du kannst dem Kunden im ReisebĂŒro Reiseziele empfehlen, die er noch gar nicht kannte, und deshalb nicht hĂ€tte ‘verlangen’ können. Wenn er auf deine Expertise hört, sitzt er dann Cocktails schlĂŒrfend am Sandstrand Playa RincĂłn (Dominikanische Republik) und ist happy.

Übrigens, eine andere Methode, das Briefing-Problem zu umgehen ist das Anbieten eigener “Signature-Workshops”. Dazu ein andernmal mehr.

Bis dann! Katrin


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